Finn und Olympia

Der ehemalige IFA Präsident Gerardo Seeliger, Ihr habt vielleicht den Schriftwechsel zwischen ihm und Kim Anderson von World Sailing gelesen, hat in Cannes über den neusten Stand in Sachen Finn und Olympische Spiele berichtet. Er promotet einen neuen Vorschlag, der gute Chancen haben könnte, dass das Finn weiterhin olympisch bleibt. Es wird nach seiner Meinung nicht möglich sein, das Kielboot wieder aus den olympischen Wettbewerben herauszunehmen und das Finn an seiner Stelle wiedereinzusetzen. Es müssen andere Wege gefunden werden, um die Entscheidung in unsere Richtung zu lenken.

Der neue Vorschlag ist je vier Klassen für Damen (470, Laser, 49er, Suzrfboard) und Herren (Laser, 49er, Kite, Finn), plus zwei Mixed Boote (offshore keelboat, Nacra) an Olympia teilnehmen zu lassen. Er meint, dass es keinen Sinn macht, gegen das Kielboot und den Kite zu kämpfen, sondern einen anderen Klassen-Mix zu bringen, der gerechter ist (Frauen / Männer / mixed).

Das IOC befasst sich inzwischen auch mit dem Fall, Gerardo scheint auch dort bestens vernetzt zu sein. Es besteht die Möglichkeit, dass das IOC sein Veto gegen das Kielboot einlegt. Das IOC fordert von einer Sportart, dass sie weltweit verbreitet und kostengünstig ist sowie das Wettkampfformat bewährt sein muss. Dies alles ist nicht erfüllt. Zudem wird (hoffentlich) nicht akzeptiert, dass Sportler ab einem gewissen Gewicht von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Da würden Boxer und Gewichtheber wohl ebenfalls protestieren.

Es wird in unserem Sinne an allen Fronten gekämpft. Nach meiner Meinung wird World Sailing seine Entscheidung nicht revidieren, es sei denn die vermuteten Unregelmäßigkeiten bei der Wahl bestätigen sich und lassen sich nicht länger verheimlichen. Die IOC Karte halte ich für wirkungsvoller, da gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen wird und auch die Relevanz eines Offshore Kielboots mit all den Kosten für eine Olympia Kampagne und die Ausrichtung des Wettbewerbs unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.
Folgende Schritte sind geplant, hier ist auch Euer Engagement gefordert:

  1. Möglichst viele Segler schreiben einen Brief an World Sailing (WS) – eine Vorlage hierfür erhaltet Ihr noch.
  2. Die Landesverbände, bei uns also der DSV, schreiben ebenfalls einen Antrag an WS, das wird etwas schwieriger. Es gilt, den DSV von unserem Anliegen zu überzeugen und tätig zu werden.

Das wird schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein, da der DSV kein Förderer des Finns ist und auch der Regattasport im DSV eher unterrepräsentiert ist.

Rolf Elsässer

hier geht es zu einem Video, u.a. mit einen Interview von Luca Devoti

Brief von Gerardo Seeliger an Kim Andersen, Präsident von World Sailing, und seine Antwort