Internationale Deutsche Meisterschaft

72 Finn Segler fanden Ihren Weg zum Schaumburg-Lippischen Seglerverein am Steinhuder Meer um an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Max Kohlhoff und ich sind am Dienstagvormittag am Veranstaltungsort eingetroffen. Auf meinem Tagesprogramm stand noch das Kleben von Segelnummern und die Anmeldung! Als wir uns dann auch auf dem Parkplatz mit unseren Campern nett eingerichtet hatten, haben wir noch mal fix das Reviererkundet. Viele würden jetzt denken, wir seien segeln gegangen, in Wirklichkeit sind wir zu viert mit unseren Rennrädern um den See geradelt.
Am Mittwoch, den 12.08.2020, war der erste Start für 14 Uhr angesetzt. Der Wind sah äußerst vielversprechend aus und wehte mit 10-14 Knoten über den See. Da ich früher im Opti viele Wasserstunden auf dem Steinhuder Meer verbracht habe, war meine Hoffnung auf wenige Dreher und Böen von Anfang an verschwunden und ich wusste, dass es essenziell sein wird, Ausschau nach Windfeldern zu halten. Beim Segeln zum Startschiff ist mir allerdings das erste Missgeschick passiert! Mein Unterliekstrecker ist ganz hinten am Baum von der Rolle gesprungen und dadurch gerissen. Als Notbehelf habe ich das Segel dann mit einem Bändsel am Baum fixiert. Ein Strecker weniger, um den man sich Gedanken machen muss. 😉
Wir segelten drei Rennen am ersten Tag. Wie erwartet war der Wind drehig und böig, dennoch konnte ich mich im ersten Rennen an der Luvtonne ganz vorne im Feld platzieren. Da wir genug Wind hatten und Flagge O gesetzt war, wurde der Vorwind zum Kräftemessen. Philip Kasüske und Max Kohlhoff „rasten“ vor mir davon, trotzdem konnte ich mich vom Hauptfeld absetzten und beendete das Rennen als Dritter. Die zwei weiteren Läufe an Tag eins verliefen ähnlich, sodass ich mich am Ende des Tages weit oben in der Ergebnisliste wiedergefunden habe. Abends stand die Eröffnung auf dem Programm. Durch das warme und trockene Wetter konnte sich die gesamte Eröffnung im Freien abspielen.
Am zweiten Wettfahrttag standen circa 6-9 Knoten auf dem Windmesser, während eines Vorwindes wurde sogar die Flagge O gesetzt. Dennoch spielte sich das meiste im „Leichtwindbereich“ ab. Der Wind war instabil und es war schwer vorhersehbar, wie der nächste Winddreher einen beeinflussen würde. Im ersten Rennen an Tag zwei war ich ziemlich weit hinten, doch durch eine Windböe, die nur auf der rechten Seite des Vorwindes war, gelang es mir wieder an die Spitze des Feldes zu kommen. Während des Rennens fand ich meinen Rhythmus und arbeitete mich weiter nach vorne. Im Ziel war ich dann an Platz zwei knapp hinter Uwe Barthel, der die Dreher förmlich gerochen hat! Im zweiten Rennen mischte sich das Feld wieder auf den Vorwindkursen neu, dennoch gelang es mir, mich noch auf Platz 9 zu retten. Im dritten Rennen des Tages erwischte es mich dann mit voller Breitseite! Ich war am Start etwas zurückhaltender, da in den Wettfahrten zuvor schon einige Frühstarts verteilt worden waren. Die Quittung dafür habe ich direkt bekommen und schaffte es nicht, mich von hinten durch das Feld durchzukämpfen. Mit einem 29. Platz beendete ich den Tag. Auf dem Abendprogramm stand die Jahreshauptversammlung, die unter Einhaltung der Corona-Auflagen stattfinden konnte. Max motivierte mich allerdings auch noch zu einer „entspannten“ Radfahrt um den See 😉
Tag drei bescherte uns Seglern einen Tag an Land. Da ich an Position drei platziert war, spielte mir das ganz gut in die Karten. Als dann gegen 16 Uhr der Wettfahrttag im Gesamten abgebrochen wurde, bereitete Ralf Behrens mit seinem Team den Grillabend vor. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand hat Ralf uns ein Spanferkel und noch weitere Leckerrein gesponsert! So lässt es sich leben!
Der Samstag, letzter Segeltag, brachte noch mal etwas Spannung mit sich. Die Windvorhersage sah äußerst schlecht aus und der Wettfahrtleiter zog Startverschiebung hoch. Allerdings entwickelte sich ein Windfeld und der Start wurde für 11 Uhr angesetzt. Ich hatte eine äußerst schwierige Situation vor mir. Einerseits hatte ich André Budzien und Thomas Schmid in meinem Nacken, andererseits hatte ich schon den 29. Platz als Streicher. Ich musste mein Risiko eines Frühstarts minimieren, aber gleichzeitig meine Chancen auf eine gute Platzierung maximieren. Mit Bedauern musste ich feststellen, dass man nicht alles haben kann, und somit ging der Start in die Hose und die Platzierung an der ersten Tonne war auch nicht so berauschend. Allerdings flaute der Wind während der Ersten Kreuz konstant ab und ich bekam die Hoffnung, dass das gesamte Rennen abgebrochen wird. So kam es dann auch und ich hatte meinen dritten Platz in der Gesamtergebnisliste sicher! Die Siegerehrung fand im Anschluss statt. Man musste sich die Pokale selbst nehmen, da die Siegerehrung kontaktlos ablief, dennoch waren alle froh, dass die Regatta stattfinden konnte. Die Klassenvereinigung und der SLSV haben uns Finn-Seglern eine tolle Regatta geboten und diese war einer deutschen Meisterschaft mehr als würdig! Alle Segler haben sich an die Corona-Auflagen gehalten, was es uns ermöglicht hat, unserer Leidenschaft nachzugehen. Vielen Dank an den Schaumburg-Lippischen Seglerverein, die Wettfahrtleitung und die Finn-Klassenvereinigung!
Ich hoffe es werden dieses Jahr noch weitere Events stattfinden und freue mich schon darauf, euch alle nächstes Jahr an der Müritz wieder zu treffen!
Sportliche Grüße,
Nick Heuwinkel (GER 332)

 

Ergebnis

Fotos

 

Internationale Deutsche Meisterschaft Steinhude – RL1,55