Bericht von der Iserlohner Glasenuhr Finn und OK Regatta „Veltins Schaumkronen Cup“

Am 21./22. August trafen sich 10 Finn und 16 OK Segler zur traditionellen Iserlohner Glasenuhr am Sorpesee. Für den ausrichtenden SCSI (Segel-Club Sorpesee Iserlohn e.V.) war es die erste Regatta mit auswärtiger Beteiligung in der Corona Zeit. Entsprechend war für die Teilnehmer alles penibel vorbereitet und die SCSI Crew an Land und auf dem Wasser zeigte eine Top Performance. Alle Finn Segler dankten außerdem Günter Strüwing, der von weit her aus dem Landkreis Rostock anreiste und es damit erst ermöglichte, dass die Regatta Ranglistenstatus bekommen konnte.

Das Sauerland zeigte sich auch wieder von seiner besten Seite:

Samstag sonnig, schwül warm, kein Wind, no racing. Am besten kamen die OK Segler mit diesen Bedingungen zurecht. Den Kollegen war schon am Vormittag klar, dass es mit dem Segeln nix geben würde und so machten sie sich geschwind und systematisch an das Leeren der zahlreich mitgebrachten Bierkästen. Die Finnisten versuchten noch einige Zeit mit den üblichen Fachsimpeleien über Rumpf-Formen und -Jahrgänge, wiederholtes – ritualisiert anmutendes – Verstellen und Messen der Mastposition, der Achterliekspannung etc., die Körperspannung auf Wettkampfniveau zu halten. War vergeblich, auch wir gaben schnell auf und läuteten den fließenden Übergang zum unvergesslichen gemeinsamen Abend der OK und Finn Segler ein – für einige Kollegen soll es sehr spät oder sogar früh geworden sein. Jedenfalls stand neben reichlich Freibier und lecker Essen der verzweifelte Versuch einiger Finn Segler im Mittelpunkt, die OK Kollegen von den Vorzügen des Finn zu überzeugen und sie gleich auch noch zum Probesegeln einzuladen. Insbesondere Rainer Haacks und Klaus Reffelman, die ja in beiden Lagern unterwegs sind, brachten schlagende Argumente vor. Aber ich denke, es war weitgehend vergeblich. Die OK Segler bemängelten u.a. die viel zu großen und bisweilen luxuriösen WoMos der Finn Segler, die man sich nicht leisten könne oder wolle, die aber wohl dazu zu gehören scheinen, wenn man auf der Finn Tour dabei sein will. Natürlich alles Quatsch, aber wir drangen einfach nicht durch. Rainer sah am nächsten Morgen dann auch etwas müde und geknickt aus 😉

In der Nacht zog heftiger Regen durch, begleitet von einem Temperatursturz auf herbstliches Niveau, so wie man das halt vom Sauerland auch erwarten darf.

Es klarte auf, Wind setzte ein (sogar aus der angesagten Richtung) und wir konnten Sonntag ab 10 Uhr die maximal pro Tag angesetzten drei Wettfahrten segeln. Der Wind so zwischen 5 und 15 Knoten fiel etwas schräg von links ein in den Sorpe-Arm vor der Staumauer. Alle Wettfahrten verliefen weitgehend nach dem gleichen Muster. Nach dem Start direkt umlegen und dann überwiegend auf Steuerbord mit kleinen Holeschlägen Richtung Luvtonne. Auf dem Vormwind nicht zu weit nach Luv da dort die Landabdeckung der wenigen verbliebenen sauerländischen Fichten drohte.

Kalle (Karl-Heinz Erich) hat jedenfalls die Gesamtwertung gewonnen, total verdient, er hat von drei Wettfahrten zwei gewonnen, die erste und die letzte. Und zwischendrin, als er mal schwächelte im zweiten Lauf hat er den beiden Führenden (die den zweiten Lauf in der Tat mit einigem Vorsprung unter sich ausmachten) nach Zieldurchgang zugerufen, dass sie bei diesen Bedingungen überlegen schnell seien und sicher nicht mehr zu schlagen wären (im Nachhinein gesehen, war das halt simple psychologische Kriegsführung, die aber super effektiv war). Klaus und ich fühlten uns geschmeichelt und stark … aber dann, als im letzten Lauf der Wind nachließ und der Sauerländer Landregen kam, da hat der Kalle final ganz brutal zuzuschlagen; hat uns einfach überholt und ist uns allen davongefahren und hat so verdient den Veltins Schaumkronen Cup gewonnen. Für mich ist er in dieser Form und bei diesen Bedingungen auf jeden Fall ein Top Favorit für die Deutsche Meisterschaft (ich meine, er hat sogar gemeldet).

Erneuter heftiger Regen unterbrach die Preisverleihung nur kurz, so dass sich die Übergabe der sehnlichst erwarteten Preise kaum verzögerte. Alle Teilnehmer bekamen ein Veltins Sixpack, die ersten drei sogar ein 5 Liter Fässchen. Man darf also resümieren, dass sich der SCSI auch hier perfekt auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingestellt hatte. Wir stehen jedenfalls im Wort, die Anzahl der Teilnehmer im nächsten Jahr zu verdoppeln. Das sollte uns gelingen, wir schaffen das …

 

Viele Grüße

Udo Murek

GER 909

 

Gesamtergebnis

 

Iserlohner Glasenuhr – RL1,00