Bis etwa zur Jahrtausendwende wurden auf dem schönen Zwischenahner Meer zwei Finnregatten im Jahr ausgetragen: Der Ammerländer Finn-Cup im Sommer und die Friesen-Finn-Team-Trophy im Herbst. Bei letzterer segelte man –neben der Einzelwertung- auch in Dreier-Teams um eine kupferne Milchkanne, auf deren angebrachten Plaketten sich die Namen vieler großer Deutscher Segler wiederfinden (Jan-Dietmar Dellas und Gerd-Uwe Hillers, beide 2 Meter, zum Beispiel).
Im Zuge rückläufiger Meldezahlen wurde aus zwei Veranstaltungen eine, bis im letzten Jahr auch diese mangels Teilnehmern ausfiel.
Anno 2026 fanden dann immerhin 12 Finnrecken den Weg, die Kupferkanne aber blieb verschwunden; sachdienliche Hinweise über den Verbleib nehme ich gerne entgegen.
Anders als früher, als eingeschworene Teams teilweise mit Namen („Los flying Burritos“…) antraten, wurden hier kurzerhand per Losverfahren die Mannschaften gebildet.
Die extreme Hochdruckwetterlage und die Vorhersage des Windfinders, der konsequent rechtsrum drehende Winde vorhersagte, ließen erahnen, dass die Veranstaltung für Segler und Wettfahrtleitung gleichermaßen nervenaufreibend werden würde; die Erwartungen wurden nicht enttäuscht….
Die Serie startete mit einem Rennen bei um die 10 Knoten und 30 Grad, leider nur mit 11 Teilnehmern, da Jan-Dietmar schon vor dem Start der Mast kurz über Deck brach. Auf dem Kurs Zwischenahner Badenixen und Tom Petty and the Heartbreakes aus Boxen an Land. In der zweiten Wettfahrt nahm die Temparatur zu und der Wind ab. In Abwesenheit des ehemaligen Obmanns West, der üblicherweise solche Rennen gewinnt und dem ich im Namen aller Teilnehmer auf diesem Wege nochmal gute Besserung wünsche, fühlte sich sein Nachfolger im Amt offenbar „zuständig“, alle Windstriche zu finden und dominierte die Serie: teilweise fuhr er die doppelte Strecke wie andere (mit dreifacher Geschwindigkeit). Glückwunsch Andreas, total verdient und vor dem letzten Rennen schon „durch“!
Die Teamwertung gewannen Jürgen Alberty (Teilzeit-O-Jollen-Segler), Michael Kluin (noch O-Jollen Segler; als exzellenter Bootsbauer mit der Reparatur von Finngleitjollen bereits bestens vertraut – Doppelbootsbesitzer: macht ihm ein gutes Angebot, wir haben ihn am Haken!) und meine Wenigkeit.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass das Revier in meinen Augen ein wunderschönes Ambiente bildet und hier häufig sehr gute Segelbedingungen anzufinden sind.
Wer mir nicht glaubt, soll nächstes Jahr bitte kommen und sich selbst ein Bild machen!
Lutz, GER-289