
Brendan Casey hat Geschichte geschrieben: Als erster Australier überhaupt gewann er die Finn World Masters. In einem packenden Finale beim Porsche Centre Brisbane 2026 Finn World Masters, das von der Royal Queensland Yacht Squadron in Brisbane ausgerichtet wurde, setzte er sich mit nur einem Punkt Vorsprung gegen den Spanier Rafael Trujillo durch.
Ein dramatisches Finale in Moreton Bay
Nach drei intensiven Wochen Finn-Segeln in Australien – beginnend mit den Nationals über den Finn Gold Cup bis hin zu den Masters – traten 107 Segler aus 16 Nationen zur Weltmeisterschaft der Master-Klassen an.
Am finalen Freitag standen zwei Wettfahrten auf dem Programm, um die ausgefallenen Rennen vom Donnerstag nachzuholen. Während das sechste Rennen bei moderaten 15 bis 16 Knoten ausgetragen wurde, entwickelte sich die letzte Wettfahrt zu einer echten „Überlebensschlacht“: Eine Böe mit bis zu 27 Knoten fegte über das Regattafeld.
Taktisches Duell auf dem Wasser

Der Spanier Rafael Trujillo setzte alles daran, Casey im Klassement nach hinten zu drücken, da er das schlechtere Streichergebnis hatte. Zwischenzeitlich sah es gut für Trujillo aus, der Casey an der Luvtonne kontrollierte. Doch Casey bewies Nervenstärke: Er fand eine Lücke im Zuschauerfeld, wählte den besseren Kurs an der Ablauftonne und konnte sich im Vorwindkurs entscheidend absetzen.
Am Ende reichte Casey ein 11. Platz im letzten Rennen, um den Titel mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt vor Trujillo zu sichern. Der Neuseeländer Karl Purdie komplettierte das Podium als Gesamtdritter.
Stimmen der Segler
Rafael Trujillo zeigte sich als fairer Verlierer, obwohl er im ersten Rennen des Tages durch eine Grundberührung bei Green Island sein Schwert beschädigte:
„Ich habe mit aller Kraft versucht, Brendan Casey zu schlagen. […] Er war seit Mitte des Finn Gold Cups unschlagbar. Er war der beste Segler in diesem Revier, eine unglaubliche Leistung.“
Brendan Casey hob die Intensität des Duells hervor:
„Es war ein unglaublicher Monat. Heute hatten wir ein echtes ‚Ding-Dong‘-Match-Race um den Titel. Als ich über die Ziellinie fuhr, dachte ich sogar, Rafa hätte gewonnen. […] Wir haben das Niveau hier für alle angehoben.“
Deutsche Beteiligung und weitere Wertungen

Aus deutscher Sicht ersegelte Fabian Lemmel (GER 501) einen beachtlichen 11. Gesamtrang und sicherte sich damit die „Crutch“. Thomas Schmid (GER 193) ergatterte den 23. Platz, Jan-Dietmar Dellas (GER 81) sicherte sicherte sich mit dem 51. Platz eine Position in der ersten Hälfte. Harald Leissner (GER 477) wurde 62. und Rolf Elsässer (GER 202) landete auf dem 72. Platz.
Die Kategoriensieger im Überblick:
- Masters: Brendan Casey (AUS)
- Grand Master: Rafael Trujillo (ESP)
- Great Grand Master: Karl Purdie (NZL)
- Legend: R. Phillip Ramming (USA)
- Super Legend: Dirk Seret (AUS)
- Nations Cup: Australien
Alle Ergebnisse findet ihr hier: https://results.rqys.com.au/RQRegatta/Finn_Worlds/?page=results
Nach drei harten Wochen in Brisbane ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz. Die Royal Queensland Yacht Squadron erwies sich mit ihrem Team aus Freiwilligen als perfekter Gastgeber für diese hochklassige Regattaserie.