Allein der Name „1. Finn Schorle Cup“ ließ auf ein besonderes Wochenende hoffen. Zusammen
mit den Vorhersagen zum Sturmtief „Luise“ war klar: Langweilig würde es im Segelclub Otterstadt
ganz bestimmt nicht werden.
Auf dem großzügigen Clubgelände fanden alle Teilnehmer ausreichend Platz für Boote,
Anhänger und Camper. Nach einem herzlichen Empfang und dem ersten Klönschnack wurden
die Boote vorbereitet. Gespannt warteten alle darauf, wie viele Finn-Segler sich den herbstlichen
Bedingungen tatsächlich stellen würden. Die Antwort: 16 Boote an der Startlinie! Ein tolles
Ergebnis angesichts der Jahreszeit und der angekündigten Wetterlage.
Nach einer kurzen Steuermannsbesprechung ging es zügig aufs Wasser. Die Tonnen waren
schnell gelegt, und der Regattatag konnte beginnen. Begleitet wurden wir dabei von „Oscar“, der
uns den gesamten Samstag über erhalten blieb. Aufgrund der Windrichtung und der Lage des
Sees war der Weg nach Lee zum Ufer gut überschaubar. Entsprechend beliebt war die rechte
Seite der Startlinie. Im ersten Lauf standen zunächst vier Runden Up and Down auf dem
Programm, in den folgenden Läufen wurden daraus sogar fünf. Da konnte man schon einmal
eine Strichliste führen. Angesichts der vielen Runden und Winddreher waren auch die Zahl der
gefahrenen Wenden stark rekordverdächtig.
Sportlich setzte Janne früh ein Ausrufezeichen. Im ersten Lauf blieb die Konkurrenz noch in
Schlagdistanz, doch in den beiden folgenden Läufen segelte er teilweise recht einsam seine
Runden. David erwies sich als konstanter Verfolger und hielt sich zuverlässig auf Platz zwei.
Im vierten Lauf, als die Kräfte langsam nachließen, schlug die Stunde von Lutz. Mit einem
souveränen Start-Ziel-Sieg setzte er sich durch. Auf den Vorwindkursen kamen die jungen Wilden
aus Rastatt zwar immer wieder näher, doch auf der Kreuz fand Lutz die besseren Wege und ließ
sich den Sieg im vierten Lauf nicht nehmen.
Am späten Nachmittag zeigte sich der Herbst dann noch einmal von seiner schönen Seite: Die
tief stehende Sonne tauchte die Szenerie in ein herrliches Licht, während die Böen allmählich
nachließen. Ganz ohne Zwischenfälle blieb der Tag allerdings nicht – bei den kräftigen Böen
bekam auch das eine oder andere Schwert einmal die Sonne zu sehen.
Zurück an der Slipanlage warteten bereits Helferinnen und Helfer mit unseren Slipwagen und der
in Betrieb genommenen Winde. Wegen des niedrigen Rheinwasserstands war die Slipbahn
besonders lang. Oben angekommen, gab es ein frisch gezapftes Einlaufbier. Was dabei nicht
selbstverständlich ist: die vielen helfenden Hände, von ganz jung bis recht alt, die bei diesen
Bedingungen dafür sorgten, dass wir auf dem Wasser unsere Kreise ziehen konnten. Dafür ein
ganz großes Dankeschön!
Am Abend wurde es kulinarisch. Da der Segelclub Otterstadt auf der pfälzischen Seite des Sees
liegt, während die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mitten durch
den See verläuft, gab es Burger „nach Pfälzer Art“ – und davon so viele, wie man wollte und
konnte.
Am Sonntag machten zunächst die durchziehenden Fronten einen Start unmöglich. Der Start
wurde verschoben, und gegen Mittag hätte es schließlich doch noch losgehen können. Nun ließ
sich wunderbar beobachten, wer als Erster zuckte und sein Boot Richtung Rampe schieben
wollte. Die ersten beiden Plätze schienen bereits vergeben. Dahinter war die Reihenfolge
allerdings noch nicht endgültig geklärt, denn ein mögliches Streichergebnis hätte die
Platzierungen noch einmal durcheinanderwirbeln können.
Ob es letztlich am Wetter lag oder doch an der Sorge, anschließend den Regattabericht
schreiben zu müssen, bleibt offen. Jedenfalls blieben alle Boote im Hafen. Nach einer heißen
Suppe wurde zusammengepackt. Pünktlich zur Siegerehrung zeigte sich dann doch noch die
Sonne. Jeder Teilnehmer erhielt ein Dubbeglas für einen halben Liter Weinschorle – ein
passendes Andenken an diese Premiere. Die drei Erstplatzierten Janne, David und Martin durften
sich zusätzlich über ein ausgewähltes Tröpfchen freuen.
Auch wenn am Sonntag keine weitere Wettfahrt gesegelt wurde, war es ein rundum gelungenes
Wochenende. Spannende Wettfahrten, anspruchsvolle Bedingungen, gute Verpflegung und vor
allem eine großartige Gastfreundschaft machten die Veranstaltung zu etwas Besonderem. Uns
Seglern hat es an diesem Wochenende wirklich an nichts gefehlt. Deshalb steht für uns fest: Wir
kommen im nächsten Jahr sehr gerne wieder! Ein ganz herzlicher Dank geht an den Segelclub
Otterstadt.
Martin Deutscher, GER 230
