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Der Niederländer Martijn van Muyden hat die Open Finn European Championship 2026 im polnischen Gdynia gewonnen. Titelverteidiger Valerian Lebrun aus Frankreich sicherte sich mit zwei Wettfahrtsiegen den zweiten Gesamtrang, gefolgt von Peter Peet, ebenfalls aus den Niederlanden, auf Platz drei. Der Pole Michał Krasodomski belegte den vierten Platz und sicherte sich damit den Titel der U29-Europameisterschaft. Der Deutsche Niclas Perband wurde in der U29 Wertung Vierter und belegte den 2. Platz in der Altersgruppe U23.

Nach zwei Tagen ohne jegliche Wettfahrten sahen die meisten Vorhersagen für den Samstag denkbar schlecht aus. Wettfahrtleiter Tomasz Chamera traf jedoch die mutige Entscheidung, sehr früh zu starten – in der Hoffnung, dass der Südwind lange genug durchhalten würde, um zumindest eine Wettfahrt ins Ziel zu bringen und damit die Serie zu werten. Das Risiko zahlte sich aus: Bei ablandigen, drehenden Winden, die mit 8 bis 15 Knoten deutlich stärker als erwartet ausfielen, konnten drei packende Rennen absolviert werden.

Der Rennverlauf am letzten Tag

In Wettfahrt 4 übernahm Lebrun nach dem Start bei 8 bis 10 Knoten die Führung an der Luvtonne. Auf dem zweiten Amwindkurs setzte sich Van Muyden dank eines großen Rechtsdrehers von der Küste an die Spitze. Lebrun holte sich die Führung auf dem Vorwindkurs jedoch zurück und siegte vor Van Muyden und Krasodomski, der sich vom ersten Fass an enorm nach vorne gekämpft hatte.

Wettfahrt 5 startete unter Flagge „Oscar“, was freies Pumpen auf den Vorwindkursen erlaubte. An der Luvmarke führte der Tscheche Matouš Červenka vor Lebrun und dem Spanier Jordi Tur Casado. Lebrun übernahm auf dem Vorwindkurs die Führung und rettete diese auf der zweiten Kreuz – bei abflauendem und drehendem Wind – knapp ins Ziel, vor Casado und Peter Peet. Zu diesem Zeitpunkt hatte Peet die Gesamtführung vor Lebrun und Krasodomski übernommen, doch ein finales Rennen stand noch aus.

Für Wettfahrt 6 wurde die Bahn näher an die Küste verlegt, um den besten Wind zu finden, was allerdings mit größeren Drehern und Windlöchern auf dem Kurs einherging. Zeitweise sah es so aus, als würde der Wind komplett einschlafen, kehrte dann aber zur finalen Runde mit rund 10 Knoten zurück. Der Ungar Elemer Haidekker führte das Feld vor Akos Lukats und dem Finnen Mikko Tiilikka an. Haidekker lag auch am Gate noch vorne, doch Tiilikka rundete die letzte Luvtonne mit einer Bootslänge Vorsprung und verteidigte den Sieg bis ins Ziel vor Lukats und Haidekker auf Platz drei.

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Die Stimmen der Sieger

Michał Krasodomski dominierte die U29-Wertung vor dem Finnen Lars Habermacher und dem Polen Miłosz Michalak. Er sagte nach dem Rennen:

„Ich bin super glücklich über den EM-Titel in der U29-Wertung. Eigentlich hatte ich auf die Top 3 in der Gesamtwertung gehofft, um eine Medaille zu holen, aber am Ende bin ich einfach froh. Mein ursprüngliches Ziel für die Gesamtwertung waren die Top 15. Nach dem ersten Tag merkte ich dann, dass mehr drin ist. Mein Fokus wechselte im Kopf auf die Top 3. Am Ende ist es Platz vier geworden, aber ich bin trotzdem super happy. Die Jungs an der Spitze sind extrem erfahren. Bei dem drehenden, schwierigen Wind von Land haben sie heute einfach besser agiert als ich. Trotzdem ist das ein starkes Ergebnis.“

Zu seinen weiteren Plänen im Finn ergänzte er: „Geplant habe ich noch nichts konkret, aber vielleicht schließe ich mich nächstes Jahr bei den Welt- oder Europameisterschaften wieder an.“

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Martijn van Muyden segelt schon sehr lange im Finn und kehrte vor etwa 10 Jahren nach einer längeren Pause in die Klasse zurück. Dies ist sein erster großer internationaler Titel:

„Genial. Eine verrückte Woche. Wirklich absolut verrückt. Dafür hat es sich definitiv gelohnt, um vier Uhr morgens aufzustehen!

Es war ein extrem drehender Tag, sehr schwierig, und ich bin einfach glücklich, dass es so ausgegangen ist. Nur ein Punkt Vorsprung – das ist großartig. Es war ein toller Kampf mit Valerian. Er hat die dritte Wettfahrt verpatzt, da konnte ich ihn mir schnappen.

Heute fühlte es sich eher wie Segeln auf einem See an. Es war drehend und erinnerte stark an die Bedingungen, die wir aus den Niederlanden kennen. Also: Kommt alle in die Niederlande, segelt dort ein paar Regatten, dann klappt es auch hier oben an der Spitze!“

Insgesamt war es ein anspruchsvolles Event, bei dem einige der Favoriten den Sprung in die Top 10 verpassten, während neue Gesichter auf sich aufmerksam machten. Was die Klasse jedoch so besonders macht, sind die Freundschaften und die Kameradschaft an Land – einer der Hauptgründe, warum alle immer wiederkommen. Ein großer Dank gilt dem polnischen Seglerverband sowie allen Helfern und dem Team an der Segelbasis in Gdynia.

Als nächstes Highlight steht für die Finn-Klasse im Oktober die European Masters am Mar Menor an. Das wird ein echtes Großereignis.

Endergebnisse nach sechs Wettfahrten

Gesamtwertung (Top 10):

  1. NED 60 – Martijn Van Muyden (37 Punkte)
  2. FRA 111 – Valerian Lebrun (38 Punkte)
  3. NED 148 – Peter Peet (42 Punkte)
  4. POL 77 – Michał Krasodomski (44 Punkte)
  5. NED 29 – Bas De Waal (56 Punkte)
  6. CZE 54 – Matouš Červenka (56 Punkte)
  7. HUN 50 – Akos Lukats (58 Punkte)
  8. HUN 911 – Elemer Haidekker (62 Punkte)
  9. POL 13 – Tadeusz Bartlewski (63 Punkte)
  10. FRA 75 – Laurent Hay (64 Punkte)

U29-Wertung:

  1. (4.) POL 77 – Michał Krasodomski (44 Punkte)
  2. (17.) FIN 235 – Lars Habermacher (99 Punkte)
  3. (20.) POL 33 – Miłosz Michalak (106 Punkte)
  4. (27.) GER 181 – Niclas Perband (130 Punkte)
  5. (33.) GBR 64 – Cameron Tweedle (161 Punkte)

Ergebnisse Deutscher Segler

  1. (22.) GER 501 – Fabian Lemmel (112 Punkte)
  2. (27.) GER 181 – Niclas Perband (130 Punkte)
  3. (30.) GER 52 – Harald Weichert (141 Punkte)
  4. (39.) GER 60 – Thilo Durach (181 Punkte)
  5. (48.) GER 137 – Jan Heinrich Meyer (219 Punkte)
  6. (49.) GER 773 – Janne Handermann (221 Punkte)
  7. (87.) GER 990 – Markus Sprick (380 Punkte)
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