Nur eine Woche nach den Norwegischen Meisterschaften traf sich die internationale Finn-Dinghy-Szene im schwedischen Varberg zu den Schwedisch-Dänischen Meisterschaften. Für Christian Müllejans, Nils Schönrock und mich bot die Zeit zwischen den beiden Veranstaltungen die perfekte Gelegenheit für einen Roadtrip entlang Schwedens reizvoller Westküste. Komplettiert wurde das deutsche Team durch Harald Weichert.

Das Teilnehmerfeld war hochkarätig besetzt. Neben den Seglern aus den Gastgebernationen Schweden und Dänemark waren auch starke Vertreter aus Polen, den Niederlanden, Finnland und der Schweiz am Start. Zu den Favoriten zählten unter anderem Otto Strandvig, Bas de Waal, Peter Orerup und der Finne Aleksi Saarni.

Varberg präsentierte sich als faszinierendes, aber anspruchsvolles Regattarevier. Besonders eine schwer zu lesende Strömung und überraschend kräftige Winddreher machten den Teilnehmern das Leben schwer und machten es schwer die richtige Seite zu finden.

Nach zwei Wettfahrten bei leichten Bedingungen am ersten Tag lag Harald Weichert mit zwei dritten Plätzen sensationell auf Rang zwei der Gesamtwertung. Besonders amüsant war seine Erklärung für den Erfolg: Er habe beim Start diesmal einfach konsequent die Ratschläge befolgt, die er selbst in seinen Coachings stets predigt: „Speed, Speed, Speed!“

Der zweite Regattatag begann mit einer langen Wartezeit auf dem Wasser, ehe bei zunächst 7 bis 8 Knoten Wind das Race gestartet werden konnte. Im Laufe des Tages frischte der Wind jedoch deutlich auf und erreichte schließlich mehr als 25 Knoten. Auf dem Inner/Outer-Loop-Kurs, den sich die Finns mit den OK-Jollen teilten, kam es zu zahlreichen Kenterungen. Nachdem der Wind weiter zulegte, entschied sich die Wettfahrtleitung, das keine weiteren Wettfahrten mehr an dem Tag zu starten und die Glitsche Richtung Hafen stand unter dem Motto Waterboarding im Fullspeed. Für Harald bedeuteten die Plätze 14 und 15 leider einige wertvolle Punkte zu viel. Niels und ich hielten uns im Zwischenklassement auf den Plätzen 20 und 21. Christian segelte stabil um die 30er herum

Am Sonntag sorgte zunächst eine Startverschiebung für Geduld bei den Teilnehmern. Für mich war die Meisterschaft allerdings damit beendet, da meine Frau mit durchaus überzeugenden Argumenten für eine frühere Weiterreise geworben hatte.

Harald zeigte zum Abschluss noch einmal eindrucksvoll sein Können. Mit den Plätzen 2, 4 und 11 in den letzten drei Wettfahrten kämpfte er sich zurück nach vorne und belegte einen hervorragenden sechsten Gesamtrang. Herzlichen Glückwunsch zu dieser starken Leistung!

Auch Niels Schönrock segelte eine gute konstante Serie, die ihm am Ende Platz 20 einbrachte. Christian Müllejans zeigte während der gesamten Veranstaltung eine beeindruckende Lernkurve, musste den äußerst anspruchsvollen Bedingungen am letzten Tag jedoch etwas Tribut zollen und schloss die Meisterschaft auf Rang 34 ab. Ich selbst belegte Platz 30.

Nicht unerwähnt bleiben soll „Bollo“, der mittlerweile unter dänischer Flagge startet und die Meisterschaft auf Platz 33 beendete.

Der Sieg ging schließlich souverän an Otto Strandvig, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde und sich den Titel des Schwedisch-Dänischen Meisters sicherte.

Neben den sportlichen Leistungen werden vor allem das abwechslungsreiche Revier von Varberg, die anspruchsvollen Bedingungen und die vielen Begegnungen mit Seglerfreunden aus ganz Europa in Erinnerung bleiben. Eine gelungene Meisterschaft und ein würdiger Abschluss einer großartigen Skandinavien-Tour.

Hier die Ergebnisse der Schwedisch/Dänischen Meisterschaft  2026 Swedish Championships OK and Class Championships Finn – Sailarena

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