Auch 2026 richtete der Blankeneser Segel-Club wieder die Interkontinentale Einhandmeisterschaft für die Finns und den Phahlewer-Cup für die Ilcas aus. Ich reiste mit meinem Finnmobil an, um auf dem Clubgelände zu campen und war diesmal nicht alleine, denn auch Jan Heinrich Meyer, Ole Görissen und Kai Ermoneit standen mit ihren Zugfahrzeugen auf dem Elbvorland. Am Freitagabend kam ich gerade rechtzeitig an, um am Wettfahrtregelseminar in den Räumen des BSC teilzunehmen. Auch wenn für mich nicht viel Neues dabei war, so lohnte sich doch das Wiederauffrischen des Bekannten. In der recht kühlen Nacht freute ich mich dann über meine dicke warme Daunendecke.
Wie in Blankenese üblich war man vom Hochwasser abhängig und so fand bereits um 08:00 Uhr die Steuerleutebesprechung statt, damit wir um 09:30 Uhr mit dem ersten Start das kurze Zeitfenster segelbaren Wasserstands auf dem Mühlberger Loch nutzen konnten. Ein relativ stetiger Ostwind von um die 10 kn ermöglichte uns einen pünktlichen Start, bremste aber auch die Flut am Einlaufen in die Elbe. Leider kam ich mit den beiden Kreuzen im ersten Rennen überhaupt nicht zurecht, so dass mir auch mein Vorwind-Speed nichts nutzte und ich mich mit einem achten Platz zufrieden geben musste. Als Erster war Nils Schoenrock im Ziel gefolgt von Niclas Perband und Jan Heinrich Meyer.
Vor dem zweiten Start wartete die Wettfahrtleitung noch den Zieleinlauf der Ilkas ab, was sehr schade war, denn es wäre genug Zeit gewesen, um die Finns vor deren Zieleinlauf erneut auf die Bahn zu schicken. Schließlich waren vier Rennen für diesen Tag geplant. Im zweiten Rennen kam ich strategisch besser zurecht und konnte als Erster das Ziel erreichen, gefolgt von Ole Görrissen und Thomas Schmid. Dann warteten wir erneut auf den Zieleinlauf der Ilkas während die Gezeitenuhr gegen uns lief.
Auch im dritten Rennen gelang mir eine sehr gute Startkreuz nach der ich die Luvtonne als Erster erreicht hätte, wenn mich nicht 30 Meter davor mein Schwert ausgebremst hätte, so dass Axel Schroeder mich passieren konnte. Mit halb aufgeholtem Schwert erreichte ich als Zweiter die erste Bahnmarke und wie mir ging es wohl so gut wie allen Finns. Da der Wind inzwischen aufgefrischt hatte war das Pumpen freigegeben und so konnte ich Axel auf der Hälfte des Vorwindkurses passieren. Leider wurde kurz danach wegen der Probleme an der Luvtonne das Rennen abgebrochen. Da letztlich alle Segler mit den gleichen Wassertiefenproblemen zu kämpfen hatten, hätte man das Rennen sicherlich auch mit einer verkürzten, zweiten Kreuz in tieferem Wasser zu Ende laufen lassen können, aber auch die Entscheidung das Rennen abzubrechen war nachvollziehbar. Um so unverständlicher war aber die Entscheidung der Wettfahrtleitung, das Rennen erneut auf einem 50 Meter in Richtung Fahrwasserrinne versetzten Kurs erneut zu starten. Der Versuch war zum Scheitern verurteilt, denn das Gezeitenfenster hatte sich geschlossen und so kam es nicht einmal zu einem Startversuch bevor wir in alle den Hafen zurücksegelten.
Nach einer warmen Dusche und Currywurst mit Pommes und Freibier verbrachte jeder den Nachmittag für sich bevor wir uns zum geselligen Beieinander in Sören Sörensens Werkstatt trafen, in die er zu Erbsensuppe, harmlosem Bier und Tischkicker eingeladen hatte. Ein sehr kurzweiliger und geselliger Abend, der wieder einmal zeigte wie familiär und freundschaftlich es in der Finnklasse zugeht.
Der Sonntag zeigte sich wie vorhergesagt mit einem nahezu spiegelglatten Mühlberger Loch. Da zum Mittag 5 kn Windgeschwindigkeit angesagt waren lies uns die Wettfahrtleitung zum Start um 10:00 Uhr auslaufen. Das Queren des Elbfahrwassers gelang nur mit Mühe und Pumpen, dann dümpelten wir bei 0 bis 2 Knoten um das Startschiff herum. Zur allgemeinen Verwunderung begann dann um 10:00 Uhr die erste Startsequenz, allerdings noch ohne Pin-End-Boot und ohne angezeigten Kurs. Als dann drei Minuten vor dem Start „AP“ hochging dachte wohl nicht nur ich erleichtert, dass das nur eine erste Signalprobe sein sollte. Aber nein, so wie das Pin-End-Boot auf Position lag begann das Startprozedere erneut während wir ohne einen Hauch von Wind umhertrieben. Zwei Minuten vor dem Start lag ich 20 Meter von der Linie entfernt und begann für meinen Start Fahrt aufzunehmen. Pünktlich zum Startschuss erreichte ich die Linie und so trieben wir auf eine erste Kreuz, nur von gelegentlich durchziehenden Windfeldern angetrieben. So erreichten wir nach einer halben Stunde die Luvtonne – Target Time für das gesamte Rennen waren 40 Minuten! Nachdem sich die Windsituation auch auf dem Vorwindkurs nicht verbesserte beschloß ich, diese Farce abzubrechen und in Richtung Hafen abzubiegen. Hinter mir wurde das Rennen dann irgendwann am Gate verkürzt beendet und allen Ernstes ein weiterer Start versucht während ich bereits mein Boot an Land abbaute.
Nachdem Jury und Wettfahrtleitung wieder an Land waren reichte ich einen Antrag auf Wiedergutmachung wegen der nicht klassenkonformen Windbedingungen ein und so wurde das dritte Rennen nachträglich abgebrochen und damit nicht gewertet. Auch wenn ich mich damit vielleicht beim einen oder anderen Segler unbeliebt gemacht habe vertrat doch die Mehrheit der Finnsegler meine Meinung, dass die Windbedingungen einer Finn-Ranglistenregatta nicht würdig waren. Ich bin immer dafür alles zu versuchen, ein Rennen zu starten und durchzuführen, aber wenn Du merkst Du reitest ein totes Pferd, dann steig ab.
Mit den 2 Rennen des Vortages gewann Ole Görissen vor Nils Schoenrock und mir die Regatta. Zusammenfassend hat der BSC wieder einmal eine tolle Regatta organisiert und zumindest am Samstag auch durchgeführt, wenngleich man mit einem strafferen Ablauf auf dem Wasser wohl mindestens ein drittes Rennen hätte realisieren können. Vielen Dank an alle Beteiligten an Land und auf dem Wasser.
Als Zeichen meiner Verbundenheit mit dem BSC konnte ich dann noch mit dem Vorsitzenden Jakob Winkelmann die Stander unserer Vereine austauschen, auf dass sie über den Bartresen unserer Vereine von der Freundschaft zwischen Hamburg und Berlin zeugen.
Ahoi
fabian „fl!nk“ lemmel
GER501
